Berliner Sehenswürdigkeiten

Mit über 10 Millionen Übernachtungen pro Jahr gehört Berlin zu den populärsten Metropolen Europas – und zwar mit steigender Tendenz. Die deutsche Hauptstadt erlebt seit der Wiedervereinigung einen beispiellosen kulturellen Boom, der nicht zuletzt auf die vielen Sehenswürdigkeiten zurückzuführen ist, die es zum Teil seit Jahrhunderten gibt.

Berlin ist zudem Anziehungspunkt für Kreative aus der ganzen Welt, so dass die Stadt in der internationalen Kreativ-Szene einen exzellenten Ruf genießt. Letztlich profitieren davon auch Besucher und Bewohner, die sich eher weniger für Kunst und Kultur interessieren, denn Gastronomie, Übernachtungsgewerbe und Einzelhandel haben von den vielen unterschiedlichen Impulsen ebenfalls einen Nutzen, die die “Zuzügler” regelmäßig mit in die Stadt bringen  oder vor Ort entwickeln. So ist zum Beispiel das kulinarische Angebot der Stadt in Deutschland wohl einzigartig – sowohl in Quantität als auch in Qualität.

Berliner Museumsinsel ein echtes Highlight

Brandenburger Tor, Berlin

Zu den geschichtsträchtigen und zugleich wichtigsten kulturellen Anlaufstellen der Stadt gehört zweifellos die Museumsinsel im Stadtteil Mitte. Auf der innerstädtischen Insel, die von der Spree und einem Seitenarm der Spree umflossen wird, stehen gleich fünf Museen von Weltrang. Der erste Museumsbau, das Alte Museum, wurde 1830 nach Plänen des berühmten Karl Friedrich Schinkel fertiggestellt. Schinkel gilt bis heute als Multitalent und verwirklichte sich in Berlin nicht nur als Architekt und Baumeister, sondern auch als Stadtplaner, Maler und Bühnenbildner.

Nach dem Alten Museum entstanden auf der Museumsinsel die imposanten Gebäude des Bodemuseums, des Pergamonmuseums, des Neuen Museums und der Alten Nationalgalerie. Auf dem Gebiet der Museumsinsel, das genau genommen lediglich die nördliche Spitze der Insel einnimmt, befinden sich zudem der Lustgarten und der Berliner Dom. Gleich gegenüber vom Dom liegt das Areal des Berliner Stadtschlosses.

Die Einrichtungen der Museumsinsel werden nicht nur von Stiftungen betrieben, sondern auch vom Staat. Bund und Länder legen großen Wert auf eine besonders reizvolle und einzigartige Hauptstadt und subventionieren in Berlin viele traditionelle und auch moderne Einrichtungen. Gestützt wird das internationale Renommee zudem von der UNESCO, die die Museumsinsel 1999 zum Weltkulturerbe erklärte.

Drei Opernhäuser von internationalem Rang

Mit den allgemeinen Subventionen im Kulturbetrieb sind allerdings nicht alle Berliner einverstanden. In der Stadt gibt es gleich drei Opernhäuser, die allesamt finanzielle Mittel aus der Staatskasse erhalten: die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Während Kritiker hier eine Verschwendung von öffentlichen Geldern sehen, freuen sich Opernfreunde über das außergewöhnliche Angebot und betrachten die drei Häuser als reizvolles kulturelles Alleinstellungsmerkmal der Hauptstadt. Am Potsdamer Platz gibt es zudem ein renommiertes Musical-Theater.

Im Bereich der zeitgenössischen Kunst braucht sich Berlin ebenfalls nicht verstecken. Museen wie zum Beispiel der Hamburger Bahnhof, das Guggenheim-Museum oder der Martin-Gropius-Bau stellen regelmäßig weltweit bekannte Top-Künstler aus und können immer wieder anerkannte Kuratoren gewinnen.

Der Berliner Kulturkalender ist im gesamten Jahr voll bepackt. Die Lange Nacht der Museen, der Karneval der Kulturen, die in der ganzen Stadt veranstaltete Fête de la Musique – Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, wird an der Spree sicher keine Langeweile haben. Hinzu kommen regelmäßig stattfindende sportliche Großereignisse wie zum Beispiel das Internationale Stadionfest (ISTAF) im Olympiastadion, der Berlin-Marathon und die Spiele der Profi-Klubs Hertha BSC, Union Berlin (beide Fußball), Alba Berlin (Basketball) und Eisbären Berlin (Eishockey).

Viele Möglichkeiten am Abend

Berlin

Das Berliner Nachtleben ist geprägt von Bars, Clubs und unterschiedlichen Restaurants. Bei Berlin-Besuchern sind besonders die Snack-Bars beliebt, die zum Teil recht ausgefallenes aber zugleich günstiges und absolut hochwertiges Essen für die Hand oder den Steh-Tisch anbieten. Gerade im Stadtzentrum, wo sich viele junge Berliner mit den Touristen mischen, gibt es hier viele Auswahlmöglichkeiten. Echte Empfehlungen sind hier allerdings kaum möglich, denn so schnell diese hochwertigen Fastfood-Bars öffnen, so schnell schließen sie wieder und werden von einem anderen Anbieter ersetzt.

Wer das Flair der Stadt zu Fuß erleben möchte, hat auf ein paar wenigen hundert Metern Gelegenheit dazu. Zwischen Museumsinsel und Brandenburger Tor liegen keine zwei Kilometer – die allerdings ausgesprochen interessant sind.

Lässt man den Lustgarten rechts liegen, geht es zunächst über die aufwändig verzierte Schlossbrücke (einem weiteren Schinkel-Projekt). Direkt dahinter beginnt die Flaniermeile Unter den Linden mit dem Bertelsmann-Haus, dem Zeughaus und dem Deutschen Historischen Museum. Es folgen in nur ein paar Metern Abstand die Neue Wache (inzwischen eine offizielle Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland), das Humboldtforum, das Kronprinzen- und –prinzessinnen-Palais, der Bebel-Platz mit dem eingelassenen Denkmal zur Bücherverbrennung und das Hauptgebäude der altehrwürdigen Humboldt-Universität. Anschließend folgen das Gebäude der Staatsbibliothek zu Berlin, die renommierte Kunsthalle der Deutschen Bank (ehemals Deutsche Guggenheim), die russische Botschaft, Madame Tussauds Berlin und zahlreiche Schaufenster von Edel-Automarken und der Preußischen Porzellan-Manufaktur, ehe der Pariser Platz mit dem Hotel Adlon und dem Brandenburger Tor auftaucht. Unterwegs wird noch die Friedrichstraße gekreuzt, die wiederum zum Checkpoint Charlie führt.

Wer sich über das aktuelle Berliner Kultur- und Veranstaltungsangebot informieren möchte, kann dieses zum Beispiel über die Senats-Website www.berlin.de tun, oder sich eines der beiden großen Stadtmagazine Zitty und Tip besorgen.

 

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