Flughafen Berlin BER – Die Gründe für die Verzögerung

Den ersten Spatenstich für den Flughafen Berlin Brandenburg BER gab es bereits im Jahr 2006. Seit dem ist viel passiert, die Probleme, mit denen Planer und Bauherren zu tun hatten, sind wohl beispiellos in der Baugeschichte Berlins – genauso wie die Konsequenzen, die daraus entstanden. Eine scheinbar endlose Liste mit Problemen sorgte dafür, dass der Starttermin immer wieder verschoben werden musste.  Aber wie konnte es eigentlich soweit kommen? Nicht nur viele Berliner fragen sich: Wie konnte es passieren, dass sich die Planer des Flughafens BER derart verschätzten? Die Gründe dafür sind zahlreich – und bei der Anzahl der Probleme nicht ganz leicht zu überblicken.

 

Zahlreiche Probleme für Gebäude, Flugfeld und Parken in Schönefeld

 

Verantwortlich für den Bau des Flughafens BER nahe Schönefeld sind drei Parteien: der Bauherr (die Bundesländer Berlin und Brandenburg), die beteiligten Bauunternehmen und das Architekturbüro. Der “Schwarze Peter” wurde seit Beginn der Probleme zwischen diesen drei Parteien hin und her geschoben. Das Einzige, was tatsächlich von Anfang an unstrittig war, sind die Folgen: Die geplanten Kosten kletterten von ursprünglich 1,7 Milliarden Euro (2004) über zwischenzeitlich 4,3 Milliarden Euro (2012) auf vermutlich rund 6 Milliarden Euro. Diese Kosten sollten vormals mit einer Art Eintritt reingeholt werden, der von jedem Besucher des Geländes bezahlt werden sollte. Dieser Plan verschwand allerdings schnell wieder in den Schubladen. Die Mehrkosten wären hierbei vermutlich auch auf die Gäste umgelegt worden, die am Flughafen BER parken wollen oder müssen.

Eines der größten Probleme war der mangelhafte Brandschutz, der nicht nur teuer nachgebessert, sondern zum Teil auch neu konzipiert werden musste. Dieser Bereich umfasst fast das gesamte Gelände (vom Parken am Flughafen BER einmal abgesehen…). Hier wurden nicht nur die umfangreichen Arbeiten zu einem finanziellen Problem, sondern auch die Tatsache, dass Umbauten in dieser Größenordnung neu ausgeschrieben werden mussten. Das Ergebnis: Auf fast dem gesamten Gelände wurde rund ein Jahr nicht gearbeitet! Eine Baustelle dieser Größenordnung verschlingt viel Geld – und zwar auch dann, wenn die Arbeiter zu Hause bleiben und die Baumaschinen parken. Im Fall vom Flughafen BER lagen die Kosten bei geschätzten 35 bis 40 Millionen Euro – und zwar pro Monat!

 

Flughafen Berlin BER: teure Nachbesserungsarbeiten

 

Ein weiterer Faktor, der die Kosten nach oben trieb, war der Lärmschutz, der ebenfalls nachgebessert werden musste. Hier ging es in erster Linie um den so genannten passiven Lärmschutz, also um Maßnahmen, die nicht am Flughafen selbst, sondern an den zu schützenden Bereichen vorgenommen wurden. In den umliegenden Wohngebieten mussten Dächer und Fenster entsprechend umgerüstet werden. Parallel gab es Probleme mit den geplanten Flugrouten, bei denen sogar das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg angerufen wurde. Kleinere Probleme, wie ein nicht voll funktionsfähiges Gepäcktransportsystem, verursachten weitere Kosten und Wartezeiten.

Das Kernproblem ist indes die Planung, die von Anfang an nicht korrekt war. Ein offenes Geheimnis bei Großprojekten ist das Kleinrechnen der Gesamtkosten, wovon zunächst einmal alle drei oben genannten Parteien profitierten. Denn nur wenn die Kosten in vertretbarem Rahmen liegen – bzw. im vertretbarem Rahmen scheinen – wird das Projekt von Senat (Berlin) und Landesregierung (Brandenburg) bewilligt. Die Wahrscheinlichkeit steigt bei niedrigen Kosten also, dass das Projekt in Auftrag gegeben wird. Die beauftragten Bauunternehmen und das Architekturbüro sind damit über Jahre ausgelastet, die zuständigen Politiker können sich als Macher feiern lassen.

 

Druck der Politik aus Berlin und Brandenburg

 

Architekten von Großprojekten wie der beauftragte Meinhard von Gerkan klagen allerdings darüber, dass nach dem Beschluss der Baupläne – und damit: nach der Bekanntgabe der veranschlagten Gesamtkosten – dermaßen viele Änderungen von den Bauherren eingereicht werden, dass von den ursprünglichen Plänen bald nicht mehr viel übrig ist. Der Vorteil für die Bauherren: Unangenehme und langwierige Genehmigungsverfahren für komplizierte oder sensible Baubereiche sind nicht nötig, da diese später schlichtweg als Nachbesserungen deklariert werden. Im Fall Flughafen Berlin BER: Aus ursprünglich geplanten 200.000 Quadratmetern Gesamtfläche sind stolze 340.000 Quadratmeter geworden.

Dieser enorme Platz ist natürlich keine Freifläche oder ein Parkplatz, sondern wurde ebenfalls bebaut. Dass dieses enorme Mehrkosten verursacht, ist leicht vorstellbar. Hinzu kommen kostspielige Änderungswünsche wie zum Beispiel die Verlegung eines ganzen Terminals, die abermals Geld verschlingen und natürlich Zeit kosten.

 

Planungs- und Bauphase zu kurz?

 

Dass Politiker als Bauherren fungieren, ist in diesem Fall ebenfalls ungünstig, denn diese sind keine Fachleute wie zum Beispiel erfahrene Flughafenmanager (die zwischendurch ebenfalls als Teil des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft im Gespräch waren). Politiker drängen zudem gerne auch auf Zeit, denn nur wer bei der Inbetriebnahme im Amt ist, wird zeitlebens mit dem Projekt in Verbindung gebracht. Eine zu lange Planungs- und Bauphase fällt womöglich in die nächste Legislaturperiode, in der unter Umständen jemand anderes im Amt ist. Dieses sind beide weitere Faktoren, die womöglich zu Verzögerungen beigetragen haben.

Doch was auch immer die genauen Gründe sind: Parken am Flughafen BER ist genauso problemlos wie Parken am Flughafen Schönefeld – natürlich unabhängig von den teuren Parkplätzen der Flughafenbetreiber. Wir, vom EKs Parken, sorgen in jedem Fall dafür, dass die Fluggäste ihre Pkws günstig und sicher in Flughafennähe abstellen können. Wir passen uns der Entwicklung an und sind an beiden Standorten für unsere Kunden da. Ganz gleich, ob nun Flughafen BER oder Flughafen Schönefeld. Zeitverzögerungen gibt es bei uns nicht (auch nicht beim Shuttle-Service) – und selbstverständlich auch keine Mehrkosten.